Obwohl wir stramme 740 km vor uns haben, ist es eine entspannte Reise ohne Schwerverkehr. Wir durchfahren den Spreewald, ein ausgedehntes Niederungsgebiet und eine historische Kulturlandschaft im Südosten Brandenburgs. Hauptmerkmal ist die natürliche Flusslaufverzweigung der Spree, die durch angelegte Kanäle deutlich erweitert wurde.
Von Brandenburg kommen wir weiter nach Sachsen und von Sachsen an der ehemaligen innerdeutschen Grenze in der Nähe von Hof an der Saale nach Bayern.
In Bayern schaukeln wir mit gemütlichen 90 km/h durch die Oberpfalz, einem Regierungsbezirk Bayerns mit Regierungssitz Regensburg. Um den vielen Baustellen rund um München auszuweichen, entschließen wir uns, über Passau, Ried im Innkreis und den Kobernaußer Wald unser Endziel anzustreben.
Nach genau 10 Stunden Fahrzeit erreichen wir (unfallfrei!) unseren „Heimathafen“, Scheffau am Tennengebirge.
Hier noch einige statistische Daten:
Die Gesamtstrecke, die wir in vier Wochen gefahren sind (inklusive diverser Ausflüge), war 5.040 km.
Der westlichste Punkt unserer Reise war die bekannte Stadt Bergen mit 5.322428 Grad Ost.
Der nördlichste Punkt war in der Nähe von Borlaug bei 61.079767 Grad Nord.
Der höchste Punkt, den wir mit unserem Gespann befahren haben, war mit 1137 Metern über dem Meeresspiegel die höchstgelegene Passstraße Nordeuropas im Bereich des Sognefjell.
Die Straßenmaut und Preise für Fähren und Tunnels schlägt sich mit € 900 zu Buche.
500 Liter Diesel reißen noch einmal ein Loch von 900 € in die Reisekasse.
Es war wieder ein wunderschönes, sehr abwechslungsreiches Reiseabenteuer, so wie wir es lieben. Wir haben interessante (und weniger interessante) Menschen kennengelernt, die langen Tage und kurzen Nächte genossen und einfach die schöne Natur Skandinaviens erforscht und unseren Horizont ein wenig erweitert.
Aber nach 4 Wochen auf Achse genießen wir auch wieder unser trautes Heim!
Kopenhagen liegt ja auf der Insel Sjælland, wir durchqueren sie Richtung Süden, wechseln über auf die Insel Falster und weiter durch einen kurzen Meerestunnel (den Guldborgsundtunnel) auf die Insel Lolland, wo wir in Rødbyhavn auf die Fähre nach Puttgarden auf der Insel Fehmarn warten. Wir befinden uns auf der Vogelfluglinie und treffen in Deutschland ein.
Abfahrt in RødbyhavnEntspannt Überfahrt nach Deutschland – 45 min Fahrzeit
Der Name Vogelfluglinie leitet sich von der parallel verlaufenden Zugroute der Kraniche und anderer Wasservögel zwischen Skandinavien und Mitteleuropa ab.
Wir verlassen Dänemark
Wir durchqueren auch Fehmarn und kommen über die Fehmarnsundbrücke endgültig auf das Festland im deutschen Schleswig-Holstein.
Von Schleswig-Holstein kommen wir noch nach Mecklenburg-Vorpommern und schließlich nach Brandenburg, dem Bundesland, wo auch unser nächstes Ziel liegt.
Den Campingplatz am Tonsee erreichen wir am späten Nachmittag bei durchwachsenem Wetter, die Temperatur ist sehr gedämpft.
Die Zufahrt zum Platz ist eine echte Zumutung, die Schlaglöcher erlauben nicht mehr als maximal Schritttempo! Aber der Platz selber ist ein kleines Juwel, der Tonsee lädt auch zum Nachtschwimmen ein!
Wir befinden uns im ehemaligen Ostdeutschland (heute „der Osten Deutschlands“). Das merken wir auch an der Mentalität der Ansässigen, sehr viele wünschen sich wohl noch die Zeiten der alten DDR herbei und leben auch dementsprechend (für uns ein wenig zu entspannt).
Wir nehmen es gelassen und machen einige Radtouren durch die Seenlandschaft östlich von Schwerin.
Die Landschaft rund um den Tonsee und den Bestensee wird als Dahme-Seenland bezeichnet und ist Teil des Naturparks Dahme-Heideseen sowie des Biosphärenreservats Spreewald.
Links der Straße Föhrenwälder…rechts der Straße üppige Laubwälder
und plötzlich machen wir einen Quantensprung und beamen uns nach –>
geht alles ganz easy!
und was darf im Osten Deutschlands nicht fehlen?
Genau!
Der TRABI
Der Trabant (umgangssprachlich Trabi) war ein von 1958 bis 1991 von Sachsenring in Zwickau produzierter Kleinwagen der DDR. Das Fahrzeug ist bekannt für seine Duroplast-Karosserie (auf Baumwollbasis), den luftgekühlten Zweitaktmotor und das lange Wartezeit-Phänomen in der DDR. Heute ist der Trabi ein Kultobjekt, das oft für nostalgische Stadtrundfahrten (z. B. in Berlin oder Leipzig) oder als Oldtimer genutzt wird.
Am Campingplatz am Tonsee verweilen wir für fünf Tage, am 26.07. machen wir die letzte Etappe – nach Hause.
Am 18. Juli verlassen wir Sjøhaug Naturistsenter, um nach Kopenhagen zu reisen. Nachdem für die Morgenstunden Starkregen angesagt ist, haben wir um 5 Uhr Tagwache, um dem Regen zu entgehen – die Mühe war leider umsonst, waschlnass treten wir um 7 Uhr die Fahrt Richtung Kopenhagen an – über Göteborg, Helsingborg und Malmö.
Wir überqueren den Öresund über die gleichnamige Öresundbrücke, sie ist die weltweit längste Schrägseilbrücke für kombinierten Straßen- und Eisenbahnverkehr. Sie bildet zusammen mit dem Drogdentunnel und der künstlichen Insel Peberholm die mautpflichtige Öresundverbindung, welche die dänische Hauptstadt Kopenhagen mit Malmö in Schweden verbindet.
In der Nähe vom Campingplatz Tangloppen finden wir das hervorragende türkische Restaurant Liman im Ishøj Havn und speisen da ganz vorzüglich (die Vorspeise wäre auch schon ausreichend gewesen…)
Das Wetter ist durchwachsen, der Wind ist immer präsent. Wir fahren am nächsten ´Tag ausgeruht und voll motiviert mit dem Fahrrad 24 km und ca. 0 Höhenmeter nach Kopenhagen. Die Stadt ist ja dafür bekannt, über exzellent ausgebaute Radwege zu verfügen, es gibt sogar eigene „Rad- Highways“. Diese sind aber auch schon wieder so überlastet, dass es regelmäßig „Fahrradstaus auf dem Highway“ gibt. Wir erreichen ohne Stau die City von Kopenhagen, und unser erstes Ziel ist: Die kleine Meerjungfrau!
Die kleine Meerjungfrau, nach einem Märchen von Hans Christian Andersen
Das Märchen von der kleinen Meerjungfrau kennt wohl Jedermann – wenn nicht, wird es Zeit, sich zu informieren!
Von der Meerjungfrau geht es auf kurzem Weg zur Wachablöse auf der Amalienborg.
Schloss Amalienborg (oft fälschlich Amalienburg genannt) ist die städtische Winterresidenz der dänischen Königsfamilie im Herzen von Kopenhagen. Der Komplex besteht aus vier identischen Palästen im Rokoko-Stil, die einen oktogonalen Platz (Amalienborg Slotsplads) umschließen, in dessen Mitte eine Reiterstatue von König Frederik V steht.
Frederik V und Didi der Große
Die Wachablöse auf der AmalienborgDie Amalienborg, die städtische Winterresidenz der dänischen Königsfamilie im Herzen von Kopenhagen
Weiter geht unser Städtetrip durch Kopenhagen zu einem Fixpunkt für Didi:
Wie wir auf unseren Reisen durch Europa immer wieder feststellen müssen, kann man in den Hard Rock Cafe’s immer sehr gut und relativ günstig essen.
Und immer wieder gibt es interessante Accessoires von internationalen Größen der Rockmusik:
Rihanna
Angela mit den Foo Fighters
Kopenhagen
Vom Hard Rock Cafe müssen wir nur über die Straße, um in den TIVOLI zu gelangen.
König Christian VIII. hatte das frühere Militärgelände entlang der Stadtbefestigung, das später Teil des Grünzuges der Kopenhagener Wallanlagen wurde, dem Offizier und Verleger Georg Carstensen (1812–1857) für einen Freizeitpark überlassen. Dieser wurde am 15. August 1843 eröffnet und ist somit einer der ältesten existierenden Vergnügungsparks weltweit. Der ursprüngliche Name Kjøbenhavns Tivoli og Vauxhall bezog sich auf den Pariser Jardin de Tivoli und die Londoner Vauxhall Gardens. Letztlich blieb nur der von der italienischen Stadt Tivoli abgeleitete Name.
Chinesische Pagode im Tivoli
Im Tivoli erwischen uns auch einige Regengüsse, Gelegenheiten zum Unterstehen gibt es ja genug:
Ein Bayrischer Biergarten darf im Tivoli natürlich nicht fehlenEine gewaltige Blumen- und Pflanzenpracht…
Nach unserem Besuch im Tivoli haben wir die besondere Freude, Didi’s Nichte, Frau Dr.in M.Sc. Christina Maisl zu treffen!
Gemeinsam besuchen wir ein japanisches Lokal, wo wir uns im Regen mal anstehen müssen, um überhaupt eingelassen zu werden. Das Lokal ist winzig, bietet aber sehr gute Speisen. Angela und Didi essen das erst Mal mit Stäbchen, dementsprechend witzig schaut es wahrscheinlich auch aus… https://slurpramen.dk/
Wir verabschieden uns wieder von Christina und fahren mit der S-Bahn die 24 km zurück auf den Campingplatz. Die Öffis in Kopenhagen sind auch sehr gut ausgebaut, um dem riesigen Radverkehr entgegenzukommen, haben die Züge eigene Radwagone:
Es wird schon wieder merklich früher finster als in Kopenhagen oder gar Bergen (da ist es ja gar nicht mehr finster geworden).
Und so genießen wir einen prächtigen Sonnenuntergang:
Tangloppen Camping, Kopenhagen
Am nächsten Tag haben wir nochmal richtiges Radreisewetter (schönen Rückenwind), also fahren wir wieder Richtung Kopenhagen, diesmal durch das Naturreservat Kalvebod Fælled
Kalvebod Fælled ist ein Gebiet im Südwesten der dänischen Insel Amager, das dem Meer abgetrotzt wurde. Es steht unter Schutz. Mit einer Größe von rund 2145 Hektar (ca. 21 km²) macht es etwa ein Viertel der Insel Amager aus.
Von Benoît Prieur – Eigenes Werk, CC0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=33610709
In der Innenstadt besuchen wir den NYHAVN, ein zentraler Hafen und eine der wichtigsten Sehenswürdigkeiten der Stadt.
Nyhavn, sehr belebt!
Der 1673 fertiggestellte Kanal Nyhavn wurde in Auftrag gegeben, um einen Stichkanal vom Kopenhagener Hafen zum Platz Kongens Nytorv zu schaffen. Die farbenfrohen Giebelhäuser an beiden Seiten des kleinen Hafenarms entstanden vorwiegend im 18. und 19. Jahrhundert. Das Hafenmilieu brachte frühzeitig zahlreiche Tavernen hervor, und die Gegend ist bis heute mit ihren vielen Restaurants, Bierstuben und Tanzlokalen neben der Istedgade eines der bekanntesten Vergnügungsviertel Kopenhagens.
Wir begeben uns am 21. Juli auf unsere vorletzte Etappe – Richtung Heimat – und machen noch einen Zwischenstopp in der Nähe von Berlin, am Tonsee.
Jetzt wird es wirklich interessant – wir befahren mit unserem Gespann den längsten Straßentunnel der Welt – den Lærdals Tunnelen mit 24,5 km!
Längster Straßentunnel der Welt!
In der Mitte der Tunnel (hier bei Km 12) haben die Norweger immer eine Lichtgrotte installiert
Nach dem Tunnel geht es dann auf die Riksvei 52 (auch Nationalstraße 52 genannt), eine 79,2 km lange hochrangige Straße in Norwegen, die durch die Fylker (=Provinz) Vestland und Buskerud verläuft.
Mit 1137 Metern über dem Meeresspiegel erreicht sie ihren höchsten Punkt im Bereich des Sognefjell und ist die höchstgelegene Passstraße Nordeuropas.
Immer wieder säumen eindrucksvolle Wasserfälle unseren WegDie Passstraße ist sehr gut ausgebaut
Am späten Nachmittag erreichen wir nach siebenstündiger Fahrt und 393 km unser nächstes Etappenziel – Sjøhaug Naturistsenter, ein kleiner Campingplatz im Oslo – Fjord.
Herrliches Wetter, 33°C Der Strand am Campingplatz
Das Meer lädt nicht zum Baden ein, Seetang und Austern erschweren den Einstieg.
Aber wir entdecken eine tolle Limousine!
Der Campingplatz befindet sich auf der Insel Jeløy im Oslo Fjord.
Wir erkunden die Insel mit dem Rad und entdecken einsame Plätzchen und gut gefüllte Campingplätze.
Ruhiges RastplätzchenNes Camping in der NesbuktaVersteckte Badebucht im Süden der Insel Jeløy
Mach mal Pause!Mitten in der Pampa ein ganz nettes Lokal
Nach 3 Tagen in Bergen geht es weiter nach Gudvangen.
Die 131 km schaffen wir in gut 2 Stunden (max. Tempo 80, oft auch 60 oder 40 km/h) zu einem kleinen, aber liebevoll eingerichteten Campingplatz. Am Abend gibt es Public Viewing zum Match Norwegen – England. Das Ergebnis kennen wir, Norwegen scheidet aus, am nächsten Tag herrscht Staatstrauer!
Public Viewing auf NorwegischWir haben unheimliches Glück mit dem Wetter! Strahlend blau, aber morgens 7°C
Von hier aus starten wir zu einem besonderen Highlight unserer Reise, der Flåmsbana!
Historisch, liebevollEine Reservierung ist Pflicht, überhaupt mit Rad
Die Flåmbahn wurde als eine der schönsten Zugstrecken auf der Welt bezeichnet und ist eine der führenden touristischen Attraktionen in Norwegen.
Der Zug fährt vom Ende des Aurlandsfjords, einem Seitenarm des Sognefjords, hinauf ins Hochgebirge zur Bahnstation Myrdal. Die Fahrt zeigt die schönsten Seiten der atemberaubenden Landschaft Westnorwegens.
Im Laufe einer Stunde bringt uns der Zug von Meeresebene am Sognefjord in Flåm zur Bergstation Myrdal, die auf 867 Meter über dem Meeresspiegel liegt.
Die Flåmbahn ist eine der steilsten Bahnstrecken auf Normalspur weltweit, die auf 80 % der Reise mit einer Steigung von 5,5 % verläuft. Der Zug durchquert eine eindrucksvolle Landschaftskulisse, am Rallarweg, fährt an schwindelerregenden Bergflanken und schäumenden Wasserfällen vorbei, durch 20 Tunnel hindurch und bietet so viele Aussichtspunkte, dass es vielen Menschen nicht reicht, nur einmal hoch und herunter zu fahren.
Warten auf die Bahn – Abfahret 10.50 Uhr Richtung Myrdal
Kjosfossen
Die Huldra versucht mit ihrem Gesang Männer ins Verderben zu locken!
Im Zug erhält man allerhand Informationen über die Bahn
Und von Myrdal gibt es einen 3er Flying Fox, sehr spektakulär!
Wir nehmen aber nicht die Seilbahnabfahrt, sondern den wirklich steilen Rad- und Wanderweg Richtung Flåm. Der Ort liegt am Ende des Aurlandsfjords. Der Aurlandsfjord ist ein Seitenarm des Sognefjords. Die Gegend um den Fjord ist durch Landwirtschaft und seit einigen Jahrzehnten auch durch Tourismus geprägt.
Neben dem Wasserfall geht es steil bergabAn der Talstation des Flying Fox
Nach der Steilabfahrt fahren wir ganz beschauliche 20 km talauswärts, bis wir unseren Ausganspunkt Flåm wieder erreichen. Dann geht es wieder zurück auf unseren Campingplatz in Gudvangen, durchfahren dabei den Flenjatunnel mit 5 km und den Gudvangatunnel mit 11,4 km. Generell fahren wir in diesem Reiseabschnitt mehr unter der Erde als im Freien.
Von Stavanger fahren wir nochmal nordwärts, um die zweitgrößte Stadt Norwegens, nämlich Bergen zu besuchen. Wir steuern wieder einmal einen kleinen, aber feinen Campingplatz an – Grimen Camping. Kleiner Wermutstropfen: Eine stark befahrene Straße führt direkt am Campingplatz vorbei, aber um Mitternacht kehrt auch da Ruhe ein.
Erstmals ohne Haube und Anorak!Neuer Temperaturrekord – bisher war es sehr schaumgebremst
Von hier aus besuchen wir mit Öffis die Stadt Bergen
Ankunft am Bahnhof
Wir werfen uns ins Getümmel am Hafen, schlendern durch die Fischmarkthalle und stellen fest, dass es hier wirklich teuer ist. Wir hatten schon den Tipp bekommen, nicht in den Fischhallen einzukaufen, sondern an den Standeln gleich nebenan.
Auf dem Weg zum Hafen fällt uns der Musikpavillon ins Auge
Markthalle in Bergen – schön, aber teuerGetrockneter Kabeljau….Hier ist es deutlich billiger und genauso gut
Unser Rundgang führt uns zur Bergenhus Festung:
Bergenhus Festung ist eine der ältesten und besterhaltenen Festungsanlagen Norwegens, die sich strategisch günstig an der Hafeneinfahrt von Bergen befindet.
Der Rosenkranzturm als Teil der Bergenhus Festung
Wir spazieren durch Bryggen, den historischen Hafenbezirk im Zentrum von Bergen, der seit 1979 zum UNESCO-Weltkulturerbe gehört. Die charakteristischen, farbenfrohen Holzhäuser mit Giebeldächern stehen an der Ostseite des Vågen-Fjords und waren einst das Handelszentrum der Hanse.
Nachdem Bergen auch die „Stadt der sieben Berge“ (Syvfjellsbyen) genannt wird, wollen wir wenigsten einen dieser „Berge“ erklimmen. Wir fahren mit der Standseilbahn auf den Fløyen, stolze 399 müM.
Der Name stammt von dem noch heute auf dem Bergrücken existierenden Windflügel, der den aus dem geschützten Hafen von Bergen, dem Vågen, auslaufenden Schiffen die Windrichtung anzeigen sollte.
Ausblick vom Fløyen auf Bergen
Die Kaschmirziegen am Fløyen tragen eine Art „Fessel“, die sie beim Verlassen des Weidereviers wieder auf die Weide zurückführt (Ähnlich der Fußfessel bei uns 🙂 )
Am 07. Juli wechseln wir den Platz und fahren zum Sokn Campingplatz, in der Nähe von Stavanger. Dabei passieren wir das erste Mal einen Meerestunnel, den Byfjordtunnelen. Mit 223 Metern Tiefe unter dem Meeresspiegel und einer Länge von 5.875 Metern ist er einer der längsten und tiefsten Unterwassertunnel der Welt. Die größte Steigung bzw. das größte Gefälle des Tunnels beträgt ca. 8 %.
Da wir sehr früh auf dem Campingplatz ankommen, fahren wir noch mit dem Bus zurück nach Stavanger und holen uns einen ersten Eindruck vom Hafengelände mit Partymeile
Teures Pflaster am Hafen von StavangerDer Marktplatz von Stavanger
Die Öffis sind sehr gut organisiert und erschwinglich, bezahlbar per App oder Card (wie fast alles in Norwegen).
Das Wetter wird freundlicher, der Wind lässt nach zu einer für uns erträglichen Stärke (20-30 km/h)
Am nächsten Tag haben wir das nächste Highlight eingeplant – die Wanderung zum PREIKESTOLEN
Preikestolen oder Prekestolen (norw. für die Kanzel oder wörtlich der Predigtstuhl) ist eine natürliche Felsplattform und eine touristische Attraktion mit weitem Blick über den Lysefjord und die angrenzenden Berge. Die Größe des Felsplateaus beträgt zirka 25 mal 25 Meter. Die Felskante fällt 604 Meter senkrecht in den fast 40 Kilometer langen Fjord ab.
Die normale Wegzeit für den einfachen Weg sind 1,5–2 Stunden für die ca. 3,8 km mit einem Höhenunterschied von 330 Metern. Der Weg führt erst steil einen Höhenrücken hinauf und dann fast ebenerdig über Bohlenpfade durch morastigen Wald zur Urskarhöhe (418 müM), durch den Sumpf Krogabekkmyra und von dort über ein Geröllfeld zum Neverdalsskaret (532 müM.) hinauf. An der Seengruppe Tjødnane vorbei erreicht man schließlich über ein mit Treppen und Geländer gesichertes Stück die ungesicherte Plattform.
Zurück geht es wieder den gleichen Weg, immer noch steigen eifrige Wanderer hinauf (Eile ist nicht geboten, richtig finster wird es zur Zeit gar nicht).
Am nächste Tag besuchen wir noch einmal Stavanger, uns interessiert das Erdölmuseum, eine sehenswerte Ausstellung. Die norwegische Erdöl- und Erdgasindustrie ist ja eine der Größten der Welt und die Daten und Fakten waren sehr beeindruckend – wir haben uns 4 Stunden lang ausgiebig informiert (für Didi sind ja solche Technikmuseen immer ein Highlight!)
Hunnevatn ist eigentlich nur ein Parkplatz ohne Infrastruktur (kein Wasser, kein Sanitärgebäude). Aber wir sind gerüstet, um einige Tage autark stehen zu können. Wir kochen mit Gas und Strom bekommen wir von unserem mobilen Photovoltaikmodul. Und Wasser aus dem See.
Anfahrt zum „Campingplatz“Die ersten Besucher sind schon da!Idyllisch, aber kalt!Kochen unter verschärften Bedingungen (der Wind nimmt Sturmstärke an)
Der Platz ist aber ein günstiger Ausganspunkt für unsere nächste Wanderung: Wir besuchen den KJERAGBOLTEN
Eine Schutzhütte auf dem Weg zum Kjeragbolten, leider nicht bewirtschaftet!
Der KJERAGBOLTEN
Steiniger, rutschiger Weg
Der Fels ist eine 5 Kubikmeter große Gletscherablagerung, die in einer großen Felsspalte eingeklemmt ist. Er ist ein beliebtes Touristenziel und ohne Kletterausrüstung zugänglich. Allerdings schwebt er über einem 984 Meter tiefen Abgrund über dem Lysefjord. Er ist auch ein beliebter Ort für Base-Jumping
Der Lysefjord ist ein 42 km langer und bis zu 500 Meter tiefer Fjord in Ryfylke, Rogaland, ca. 25 km östlich von Stavanger . Der Name bedeutet „heller Fjord“ und bezieht sich auf die hellen, polierten Granitwände, die steil in den Fjord abfallen
Die Wanderung zum Kjeragbolten ist zum Teil recht anspruchsvoll durch steile, sehr glatte Felspassagen und einige Ab- und Gegenanstiege.
Anstieg zum Kjeragbolten
Bilderbuchaussicht
Die Wanderung führt uns in 5 Stunden ca. 10 km (hin und retour) über ein massives Felsplateau – und wir sind nicht allein! Hunderte Abenteuerlustige wollen ebenfalls ein spektakuläres Foto mit dem eingeklemmten Felsen ergattern.
Nach der Wanderung fahren wir noch eine interessante Straße mit 27 Haarnadelkurven und einem spiralförmigen Tunnel hinunter zum Lysefjord. (Die Norweger sind bekannt für Tunnelbau)
Es ist immer noch erfrischend kalt, der Wohnwagen hat zum Glück eine tolle Heizung!
Am nächsten Tag geht die Tour weiter in die Nähe von Stavanger, auf der Insel Sokn beziehen wir unseren nächsten Campingplatz
Am 02. Juli um 09:30Uhr bringt uns die Fähre von Hirtshals nach Kristiansand im südlichsten Norwegen.
Ziemlich nasse und kalte Überfahrt!Kein Land in Sicht
Während der Überfahrt genießen wir ein köstliches Frühstück, das Buffet ist hervorragend und lässt keine Wünsche übrig!
Frühstück auf der FähreMan gönnt sich ja sonst nichts….
Die skandinavischen Fähren werden schon großteils mit Gas betrieben
In Kristiansand empfängt uns gleich mal ein Regenguss und eine straffe Brise.
Von unserem Zielhafen sind es nur knappe 40 km nach Sandnes Camping in Mandal. Die Campingplätze in Norwegen sind generell schon sehr gut belegt, eine Reservierung ist da ein sicherer Tip.
Putzig!
Hier herrscht typisches Atlantikwetter, alle paar Minuten wechselt es von Regen zu Sonnenschein und zurück, entsprechend sind wir auch ausgerüstet.
Mandal in Südnorwegen
Vor hier aus besuchen wir den südlichsten Punkt des norwegischen Festlandes, den Leuchtturm „Lindesnes Fyr“.
Der südlichste Punkt Norwegens
Der Wind erreicht hier schon Sturmstärke!
In Mandal verbringen wir 2 Nächte, am 3. Tag geht es weiter Richtung Norden
Aufbruch in Sassello um 9 Uhr vormittags bei ruhigem, nicht allzu heißem Sommerwetter. Nach einigen Kilometern kommen wir von Ligurien in den Piemont, genauer gesagt in die PROVINCIA di ALESSANDRIA
Bei OVADA haben wir die Landesstrassen hinter uns, und es liegen „nur mehr“ 690 km Autobahn vor uns…
Wir bewegen uns eine Zeit lang durch die Poebene parallel zum Po, dem längsten Fluss Italiens, und überqueren ihn schlussendlich bei Cremona.
Es ist Montag, und der Schwerverkehr nimmt rasch zu und wird uns bis nach Hause begleiten. In Österreich angekommen, kehren wir noch an der Europabrücke in Tirol ein, um uns nach 5 Wochen internationaler Küche sofort wieder heimische Kost zuzuführen! 🙂
In Rosenheim bei der Auffahrt auf die deutsche A8 begrüßt uns ein schöner Regenbogen, ein gutes Zeichen für eine lange, unfallfreie Reise rund um die Iberische Halbinsel.
Begrüßung in Rosenheim
Wir haben in genau 5 Wochen Deutschland vom Walserberg bis Karlsruhe durchquert, sind in Frankreich von Mulhouse am Rhein durch viele schöne Landschaften bis Bordeaux an den Atlantik gekommen. In Spanien sind wir den Golf von Biskaya ausgefahren, haben Portugal vom äußersten Norden bis an die südwestlichste Spitze des europäischen Festlandes durchquert. Die Costa del Sol lag ebenso auf unserem Wege wie die Costa Blanca und die Costa Brava, alle Gegenden bekannt als sehr touristisch. Richtung Heimat ging es dann schon wieder über die Südküste Frankreichs, durch das italienische Ligurien, den Piemont, Südtirol und über den Brenner und Bayern wieder nach Scheffau am Tennengebirge.
In der Einleitung unseres Reiseblogs hatten wir ca. 6.600 km veranschlagt, das wären die reinen Routenkilometer ohne Tagesausflüge gewesen. Schlussendlich hatten wir dann doch stattliche 7.500 km unter den Rädern.
Eine wunderschöne, erlebnisreiche Reise durch einige europäische Kulturlandschaften begann am 13. Mai 2024 und endet am 17. Juni 2024.